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Im Folgenden ist das Inhaltsverzeichnis sowie das Vorwort der Diplomarbeit zu lesen.
Wer Interesse an der Diplomarbeit hat, melde sich bitte bei mir.

Kontakt: Thomas Schupp, Heckenweg 9b, 63303 Dreieich, Tel. 06103-88993, E-Mail: thomas.schupp@gmx.de

DIPLOMARBEIT

Sozio-ökonomischer Kontext von Leiharbeit in der BRD
 

eingereicht bei:
Prof. Dr. Joachim Hirsch
Johann Wolfgang Goethe Universität
Fachbereich: Gesellschaftswissenschaften

eingereicht von:
Thomas Schupp
Frankfurt, Oktober 1988


Inhaltsverzeichnis

Sozio-ökonomischer Kontext von Leiharbeit in der BRD
 
Kapitel Inhalt
   
1. Vorwort
   
2. Begriffsbestimmung und Begriffsbegrenzung
2.1. Begriffsbestimmung
2.1.1. Definition des Vorgangs
2.1.1.1. Die Legal-Definition
2.1.1.2. "Zeit-Arbeit"
2.1.1.3. Personal-Leasing
2.1.1.4. Leiharbeit
2.2. Begriffsbegrenzung
2.2.1. Werkvertrag
2.2.2. Dienst(verschaffungs)vertrag
2.2.3. Sklaven-/Menschenhändler
2.2.4. Teilzeitarbeit
2.2.5. Job-Vermittlung der Arbeitsämter
   
3. Chronologie und rechtliche Grundlage von Leiharbeit
3.1. Die Entwicklung der Leiharbeit bis zum
  Arbeitnehmerüberlassungsgesetz 1972
3.2. Die Entwicklung der Leiharbeit bis zum Verbot
  im Bausektor 1981
3.3. Die Entwicklung der Leiharbeit bis heute
   
4. Entwicklung und Funktionen der BRD-Wirtschaft
4.1. Das Verhältnis von Kapital, Staat und Arbeit
4.2. Die Entwicklung der BRD-Wirtschaft bis zur
  "Energiekrise" 1973
4.3. Die "Energie-" und Wirtschaftskrise
4.4. Die Entwicklung in den achtziger Jahren
4.4.1. Die Umstrukturierung der Wirtschaft
4.4.2. Das Instrument "Flexibilisierung"
4.4.3. Prekäre Arbeitsverhältnisse
4.4.4. Die Rolle des Staates
4.4.4.1. Das Arbeitsvermittlungsmonopol der
  Bundesanstalt für Arbeit
4.4.5. Die Rolle der Gewerkschaften
   
5. Entwicklung, Umfang und Struktur der legalen Leiharbeit
5.1. Die volkswirtschaftliche Situation
5.1.1. Ausmaße von legaler Leiharbeit
5.1.2. Leiharbeit in den verschiedenen Branchen
5.1.2.1. Leiharbeit in Atomanlagen
5.2. Die betriebswirtschaftliche Lage
5.2.1. Das Interesse der Verleiher
5.2.2. Die Leiharbeit aus Sicht der Entleiher
   
6. Sozio-ökonomische Auswirkungen von legaler Leiharbeit und deren politische Verarbeitung
6.1. Sozio-demographische Struktur der Leiharbeitskräfte 
6.1.1. Geschlechtsspezifische Verteilung 
6.1.2. Qualifikationsniveau der LeiharbeiterInnen 
6.1.3. Altersstruktur der LeiharbeiterInnen 
6.1.4. Ausländische LeiharbeiterInnen 
6.2. Beurteilung der Leiharbeit durch die LeiharbeiterInnen 
6.2.1. Motivationen
6.2.2. Kritik an der Leiharbeit
6.3. Auswirkungen von Leiharbeit auf die Leiharbeitskräfte
6.3.1. Die Wechselwirkungen von Vor- und Nachteilen
6.3.2. Integration und Fluktuation
6.4. Das Verhältnis von Stamm- und Randbelegschaften
6.5. Haltung der Interessenvertretungen der Lohnabhängigen 
  zur Leiharbeit
6.5.1. Position des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB)
6.5.2. Position der Deutschen Angestellten Gewerkschaft (DAG)
6.5.3. Betriebliche Interessensvertretung von LeiharbeiterInnen
6.6. Gesellschaftliche Funktionen von Leiharbeit
6.6.1. Leiharbeit in der Öffentlichkeit
   
7. Illegale Leiharbeit
7.1. Ausmaße
7.2. Motivationen und Praxis im illegalen Verleih
7.2.1. Illegale Leiharbeit mittels Scheinwerkverträge
7.3. Zur Situation der illegalen LeiharbeiterInnen
7.4. Sozio-ökonomische Auswirkungen illegaler Leiharbeit
   
8. Zusammenfassung und Schlußbemerkungen
   
9. Anhang
9.1. Anmerkungen
9.2. Quellen- und Literaturangaben
9.3. Abkürzungen

 

1. Vorwort

Im Laufe des Studiums entwickelte sich bei mir ein Interesse an den Zusammenhängen und Wechselwirkungen von ökonomischer und gesellschaftlicher Realität. Diese Zusammenhänge bzw. Widersprüchlichkeiten waren und sind in den konkreten Alltagszusammenhängen für die Menschen erleb- und begreifbar.

So wurde mir durch Günther Wallraffs Buch "Ganz Unten" konkret der emotionale Anstoß zur tiefergehenden Auseinandersetzung mit dem Phänomen "Leiharbeit" gegeben. Durch Zeitungsartikel und Gespräche mit bei Leiharbeitsfirmen beschäftigten Bekannten kamen weitere Motivationen hinzu, diesen Bereich der kapitalistischen Ökonomie näher zu untersuchen, in dem von Firmen Arbeitskräfte an Interessenten verliehen werden. Und dies geschah und geschieht zum Teil unter solch skandalösen Bedingungen, daß in der öffentlichen Diskussion die Schlagworte vom "modernen Sklaven- bzw. Menschenhandel" aufzutauchen begannen. Diese zielen nicht nur auf den illegalen, sondern auch auf den legalen Sektor der Leiharbeitsbranche, dessen Umfang von jenem nach unterschiedlichen Schätzungen um das fünf- bis zehnfache übertroffen wird.

Somit entstand die zentrale Fragestellung der Diplomarbeit, welche Funktion die Leiharbeit im kapitalistischen System einnimmt, welchen Stellenwert sie in der Ökonomie als auch in der Gesellschaft hat, zumal sogar die illegale Leiharbeit von den staatlichen Verfolgungsbehörden zum Teil toleriert bzw. nur halbherzig verfolgt wird.

Als Ausgangsthese gehe ich davon aus, daß die Leiharbeit in Zukunft noch zunehmen, aber quantitativ keinen großen Sprung mehr machen wird.

In ihrer jetzigen Form sind einige Charakteristika enthalten, die die künftige Organisierung der Arbeitswelt aus der Sicht des Kapitals ausmachen sollen. Leiharbeit ist daher kein "systemfremdes" Element der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Insofern kann die Analyse der Entwicklung von Leiharbeit Rückschlüsse auf die Entwicklung des kapitalistischen Arbeitssystems zulassen.

Daraus ergeben sich folgende Untersuchungsabschnitte und Schwerpunkte der Diplomarbeit:

Am Schluß der Diplomarbeit stehen eine Zusammenfassung und die Wertung der einzelnen Kapitel.

Eine systematische, wissenschaftliche Untersuchung des Phänomens "Leiharbeit" fehlt bisher. Einzelne Aspekte wurden zwar genauer untersucht, doch auch aufgrund der unzureichenden Daten der Arbeitsämter ist eine umfassende Untersuchung des legalen Verleihs schwer zu bewerkstelligen, von dem illegalen Sektor ganz zu schweigen.

Zwei Begrifflichkeiten der Diplomarbeit habe ich im voraus zu klären. Zum einen verwende ich die weiblichen und männlichen Formen von Substantiven, soweit beide Geschlechter betroffen sind, indem ein Begriff jeweils mit beiden Endungen versehen wird (z. B. AusländerInnen). Dies beginnt sich innerhalb der Linken z. B. in der Berliner "tageszeitung" seit einiger Zeit langsam durchzusetzen. Zum anderen setze ich den generalisierenden Begriff "ArbeiterInnen" gegen den sozialpartnerschaftlichen Begriff "ArbeitnehmerInnen", da letzterer das antagonistische Verhältnis von Kapital und Arbeit zu verschleiern versucht.

Zur Frage der "Objektivität" in wissenschaftlichen Arbeiten, gerade auch im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, kann ich nur feststellen, daß es diese so nicht gibt. Hinter jeder noch so "objektiven" Analyse steht ein politischer Background, der soziale und/oder politische Tendenzen untermauert oder kritisiert. So ist denn diese Diplomarbeit ein Element der Kritiklinie, die sich gegen Leiharbeit an sich richtet. Vor diesem Hintergrund schließe ich mich folgendem Zitat an:

"Wissenschaftliches Arbeiten, das sich politisch versteht, kann sich nicht darauf beschränken, fertige und wie immer gesicherte Ergebnisse vorzulegen. Es vollzieht sich in Auseinandersetzungen, Debatten und Diskussionen, bleibt vorläufig und im Handgemenge" (1).
 


 
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